Chienbergtunnel, Umfahrung Sissach

Das Herzstück der Umfahrung Sissach bildet der 2300 m lange Chienbergtunnel. Er wurde im geologisch sehr heiklen Talhang des Tafeljuras aufgefahren, der mit seinem extrem quellfähigen Gipskeuper ein bergmännisches Highlight darstellt.

Der Bau des Strassentunnels wurde konventionell in Querschnitten von 11 bis 143 m2 von mehreren Angriffspunkten aus mitten im Wohngebiet, mit streckenweiser geringer Überdeckung zwischen Hohlraum und Bebauung, unter strengen technischen und behördlichen Auflagen realisiert.

Zur Anwendung kamen Lockergesteinsvortriebe mit Teilausbrüchen im Schutz von Rohrschirmen, Sprengvortrieb mit trockenen Bohrungen und TBM-Vortrieb mit offener Grippermaschine für den Firstpilotstollen. Die anspruchsvolle Logistik (multifunktionale Sohlbrücke, Brecher-, Förderband- und Bahnverladeanlage mit Zwischenlagerhalle, Betonproduktion vor Ort unter Verwendung von Eis als Ersatz von Zugabewasser) die sich aus der komplexen Aufgabenstellung und den Randbedingungen aus Baugrund und Platzverhältnissen innerorts ergab, konnte sich hervorragend bewähren.

Spezialitäten

  • Firststollen mit TBM: Ø 3.50 m
  • Rohrschirmrohre konventionell: d = 168 mm, 10 km
  • Rohrschirmrohre AT-Verfahren: d = 114 mm, 4 km
  • Mikropfähle für Kalottenwiderlager: 8.2 km
  • Schachtabteufung: Raisedrill sprengtechnisch aufgeweitet, abgedichtet und geglitten
  • Ringschluss des Innengewölbes: 300 m nach Kalottenbrust
  • Betonqualität: B60/50 bei 80 cm Gewölbestärke
  • Bahnabtransport und Deponierung des Ausbruchmaterials: 500’000 t

Situationsplan, Karte

Spezielle Kennzahlen zum Projekt

Bausumme

CHF 153 Mio.

Tunnellänge

2300 m (davon 1440 bergmännisch)

Normalquerschnitt

113 m2