Neue U5 in Berlin

Berlin-Mitte erhält einen direkten Anschluss an den Hauptbahnhof und die Wohngebiete im Ostteil der Stadt: Das Los 1 der U5 Berlin ist die Verbindung der bestehenden U5 am Berliner Rathaus mit der U55 am Brandenburger Tor. Der Lückenschluss verlängert die U5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor und führt sie dort mit der bereits fertigen U55 zusammen. Aus U5 und U55 wird eine Linie: die neue U5.

Im Auftrag der Berliner Verkehrsbetriebe realisiert Implenia den Neubau einer Gleiswechselanlage (GWA) am Berliner Rathaus, die Herstellung der Bahnhöfe Museumsinsel (MUI) und Unter den Linden (UDL), den Anschluss an den Bahnhof Brandenburger Tor (BRT) sowie die dazwischen liegenden Streckenabschnitte der zweigleisigen Tunneltrasse.

Die circa 1,6 km langen Tunnelröhren unterqueren ausgehend von der GWA die Spree, den Spreekanal und das Humboldt-Forum mit einer Überdeckung von teilweise weniger als 5 m und verlaufen anschließend entlang der Straße Unter den Linden zum Bahnhof BRT.

Die Baugrundverhältnisse sind durch mächtige wasserführende Sand- und Kiesablagerungen des Berliner Urstromtals gekennzeichnet. Um diese zu beherrschen, kommt Hydroschild mit flüssigkeitsgestützter Ortsbrust und einem Durchmesser von 6,7 m zum Einsatz.

Die Schildvortriebe durchfahren zunächst die Bahnhofsbereiche MUI und UDL, was einen späteren Rückbau der Tunnelauskleidung im Zuge der Bahnhofsherstellung erfordert. Die Tunnelröhren bestehen aus gedichteten, 35 cm starken Stahlbeton-Tübbings mit einem Innendurchmesser von 5,7 m.

Die Bahnsteighalle MUI im Bereich des Spreekanals entsteht in bergmännischer Spritzbetonbauweise im Schutz eines Frostkörpers. Der Anschluss der Tunnelröhren an den bestehenden Bahnhof BRT erfolgt mit Hilfe eines Frostkörpers, einer unbewehrten Schlitzwand sowie eines DSV-Körpers und Abdichtungsinjektionen.

Aufgrund der innerstädtischen Lage im Zentrum von Berlin sind die Beeinträchtigungen aus dem Baustellenbetrieb so gering wie möglich zu halten. Deshalb erfolgt die Abfuhr des Aushub- und Ausbruchsmaterials mit Binnenschiffen auf dem Wasserweg über die Spree.

Situationsplan, Karte

Leistungen der Sparte

  • Gesamtprojektvolumen Lückenschluss: rund EUR 525 Mio.
  • Baustart: 2013
  • Inbetriebnahme: 2020
  • Aushub: insgesamt 120.000 Kubikmeter
  • Ausmasse Bohrmaschine: 700 Tonnen Gewicht, 74 Meter Länge